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Ansicht vom Rittergut

Schloss und Rittergut

Geschichte: Rittergut, Dorf und Familie von Einsiedel

Hier kann man die geschichtlichen Abläufe des Schloss Prießnitz und Rittergutes nachlesen. Die Familie Einsiedel spielte hier eine besondere Rolle.

 

1740
August von Einsiedel (1692-1745) gibt die sogenannte Ostbebauung des Rittergutes mit Pächterhaus, Brauerei, Stallung und Speichern in Auftrag.

1919
das Rittergut mit Herrenhaus und Schloss, allen Ländereien und Forsten gingen wegen Verschuldung an den Industriellen Fritz Vogel aus Chemnitz über.

1944-
1945
kamen viele Umsiedler aus den deutschen Südost- und Ostgebieten in unseren Ort. Jede Räumlichkeit wurde belegt, vor allem in Schloss und Rittergutskomplex.

1946
Bodenreform, der Besitz des Rittergutes wurde unter 29 Neubauern aufgeteilt. Schäferei und Forst wurden Staatseigentum.

1951
Ostbebauung Rittergut Südflügel ehemalige Wohnung von Junior Fritz Vogel wurde zum Kindergarten ausgebaut. 2011 50-jähriges Bestehen der Einrichtung.

1952
erste LPG mit Neubauern der Bodenreform in Prießnitz gegründet.

1959
LPG „Freundschaft Prießnitz Typ III“ gegründet. Die Rittergutsscheune mit eingebauter Neubauernstelle (Otto Wengler) wird als Rinderstall umgebaut. Die Neubauernstelle Fritz Wittmann wird stillgelegt und zum Teil als Kindereinrichtung umgenutzt.

1999
Februar Gründung des Heimatvereins mit 25 Mitgliedern. Im Dezember am 1.Advent gleichen Jahres wurde die Heimatstube anlässlich des 1. Weihnachtsmarktes eröffnet.

2000-
2002
ehemaliger Schweinestall im Rittergut hergerichtet, Gerätschaften, Handwerkszeug und Maschinen aus der Landwirtschaft durch den Heimatverein gesammelt und zu einer Ausstellung aufgebaut.

2002
Juli zur 1025- Jahrfeier von Prießnitz die Ausstellung „Ländliches Brauchtum“ eröffnet.

2005
im Rittergutskomplex wurden ehemalige Stallungen zu historischen Handwerkerstätten umgebaut und eingerichtet. (Schmiede, Schumacher, Stellmacher).

2008
mit der Entkernung der ehemaligen Kohleheizanlage im Wittmann- Haus einschließlich Kohlebevorratung, Heizkanal usw. beginnt die Revitalisierung des Rittergutskomplexes.

2009
Abbruch ehem. Werkstatthalle der LPG auf dem Hofgelände.

2010
Revitalisierung des gesamten Hofgeländes vom Rittergut einschließlich Austausch aller Versorgungsleistungen.

2011
die „Ausstellungsscheune“ des Heimatvereins ehem. Kuhstall erfolgt Reparatur der Dachkonstruktion, Dacheindeckung, Dachentwässerung und der Aufbau einer Fotovoltaikanlage. Das „Wittmannsche Haus“ wird zur Kinderkrippe umgebaut.

977
Kaiser Otto II schenkte im Jahr dem Bistum Merseburg seinen königlichen Hof ( Bresnica ) Prießnitz. Die Siedlung Prießnitz ist damit eine der ältesten im gesamten Leipziger Südraum. 974 Zwenkau, 974 Kohren, 976 Altenburg

983
nennt der Erzbischof Giseler die Siedlung („Villam Bresnica“) Dorf Prießnitz. Der Ortsname ist slawischer Herkunft und wurde nach einer alten Waldbezeichnung geprägt, Bresnica-Birkenwald. Die Ortslage Prießnitz, ein Straßenangerdorf mit „ Gewannflur “  slaw. „Gutsschlägen“ , 986 ha Fläche.

1533
lebten in Prießnitz 13 Pferdner und 26 Hintersässer mit ihren Familien und es gab 77 Haushalte, ein Haushalt hatte durchschnittlich fünf Personen, somit kann man von 385 Einwohnern ausgehen.

1547
wurde in Prießnitz die erste Schule für ca. 100 Kinder aus Prießnitz, Trebishain und Elbisbach errichtet.

1693
Beginn am Bau des Gemeindehauses (Bauernrathaus) berichtet das Erb- und Fronregister.

1832
Großbrand in Prießnitz, die heutige Poststraße wurde fast vollständig zerstört, dadurch erhielt sie den Namen „ Wüstlinge “, noch heute geläufig.

1901
wurde eine neue Schule mit 2 Klassenzimmern und 2 Lehrerzimmern errichtet.

2003-
2007
gesamte Dorfgemeinschaft nimmt unter Leitung des Heimatvereins am Dorfwettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ teil. Die gewonnenen Prämienmittel wurden für weitere Verschönerungen des Ortsbildes verwandt.

1380
wird das Adelsgeschlecht von Einsiedel in Person Heinrich von Einsiedel durch Burggrafen Albrecht von Leisnig mit Hof und Dorf Prießnitz belehnt. Über 500 Jahre wirkten die Familien von Einsiedel auf Prießnitz.

1421
sind Conrad von Einsiedel und Ehefrau Anna, geb. von Ende Besitzer des Rittergutes

1423
sind die Brüder Claus und Conrad von Einsiedel zusammen mit Gnandstein und anderen Gütern Besitzer des Rittergutes

1441-
1453
besitzen Ritter Hildebrand, Georg, Wittigo, Hans d. Ä. und d. J. von Einsiedel zusammen mit allen anderen Gütern bis zu einer Erbteilung um 1455 das Rittergut Prießnitz

1560
wurde Hildbrand v. Einsiedel (1528-1588) nach der Herausbildung der vier Linien der Einsiedels Herr auf Prießnitz.

1595
Hans von Einsiedel (1575-1639) wird Nachfolger. Er hinterließ ab 1606 vielerlei Zeugnisse seines Wirkens in Prießnitz.

1600
Eheschließung Hans v. Einsiedel mit Anna v. Schleinitz (Lomatzscher Pflege).

1606
Auf alten Fundamenten und Kellergewölben wurde das Schloss im Stil des Niederländischen Manierismus errichtet. Mit Manierismus wird die Übergangsphase von Renaissance zum Barock bezeichnet. Rollwerk und Beschlagwerk bestimmen das Bild. Das Südportal ist ein dekoratives Kunstwerk dieses Baustils.

1616-
1617
wurde die Kirche umgebaut, erweitert  und auf Geheiß von Hans von Einsiedel ebenfalls im Stil des Manierismus sehr reich ausgestaltet. Die finanzielle Beteiligung von Patronatsherr, Kirchgemeinde, Besessene (Besitzende) sind in einem Spenderschränkchen an der Südwand des Altarraumes zu lesen. 

1697
unter August von Einsiedel (1649-1713) wird der Anbau am Schloss mit Hofdurchfahrt, im Erdgeschoss Stallungen, im Obergeschoss zwei kleine Festsäle im Barocken Baustil, Stuckdecken analog kleiner Festsaal im Erdgeschoss (Antike Deckengemälde Untergang von Troja) veranlasst.

1740
August von Einsiedel (1692-1745) gibt die sogenannte Ostbebauung des Rittergutes mit Pächterhaus, Brauerei, Stallung und Speichern in Auftrag.

1919
das Rittergut mit Herrenhaus und Schloss, allen Ländereien und Forsten gingen wegen Verschuldung an den Industriellen Fritz Vogel aus Chemnitz über. 

1922
am Schloss erfolgten Veränderungen an der Hoffassade und Eingangshalle. Die Giebelseiten erhielten Aufbauten mit sogenannten Voluten. Auch der große Dachreiter wurde um 1922 aufgebaut.